2020 · 2021–2022 · 2023 · 2024 · 2025
Jahresbericht
2025
Im Vergleich zum ereignisreichen Vorjahr war 2025 ein ruhigeres Jahr. Der Höhepunkt war die Reise nach Straßburg.
Rückblick auf 2024 Einleitung Straßburg Constantin Hering Stiftung Universität Augsburg Gespräche mit den Stiftern Ausblick
Rückblick auf 2024
Im Jahresbericht 2024 zeigte sich die Medsyne als Plattform für wissenschaftlichen Austausch, historische Aufarbeitung und die Weiterentwicklung integrativer Medizin. Im Mittelpunkt standen Kooperationen, die Digitalisierung und Analyse historischer Patientenakten aus Bad Wörishofen, die Lehrstuhl-Initiative an der Universität Augsburg und Veranstaltungen, die Forschung, Praxis und Kommunikation verbinden.
Hervorgehoben wurden der Austausch mit dem Meißner Hahnemann-Verein, der Kommunikationsworkshop und die Reihe Wissenschaft trifft Praxis. 2024 war ein Jahr der Vernetzung, der konzeptionellen Vorarbeit und der Stärkung wissenschaftlicher Grundlagen.
Einleitung
Nach den Aktivitäten des Jahres 2024 lag der Schwerpunkt 2025 weniger auf einer Vielzahl öffentlicher Formate, sondern auf gezielten Gesprächen, vertiefender Vernetzung und der Vorbereitung der nächsten Schritte. Die ruhigere Phase bot die Möglichkeit, Kontakte zu pflegen, inhaltliche Linien zu schärfen und Perspektiven für die weitere Etablierung der integrativen Medizin zu entwickeln.
Als Höhepunkt des Jahres ist die Reise nach Straßburg zum Europäischen Parlament zu nennen. Sie verband gesundheitspolitische Gespräche mit der Frage, wie Homöopathie und integrative Medizin im europäischen Kontext wahrgenommen, wissenschaftlich begleitet und institutionell weiterentwickelt werden können.
Reise nach Straßburg zum Europäischen Parlament


Auf Einladung von Dr. Friedrich Pürner fand vom 7. bis 8. Oktober 2025 eine Reise nach Straßburg zum Europäischen Parlament statt. Zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus unterschiedlichen beruflichen und fachlichen Bereichen nahmen teil. Die Gruppe vereinte ärztliche, therapeutische, wissenschaftliche, sozialpädagogische und organisatorische Perspektiven.
Im Mittelpunkt standen gesundheitspolitische Fragestellungen, die Rolle der Homöopathie in Europa und die Frage, wie Forschungsprojekte nicht nur initiiert, sondern langfristig integriert und etabliert werden können.
Der interdisziplinäre Charakter der Gruppe ermöglichte einen offenen Austausch über Versorgung, Forschung, Ausbildung und öffentliche Wahrnehmung. Deutlich wurde, dass Homöopathie und integrative Medizin in Europa einer differenzierten, sachlichen und wissenschaftlich anschlussfähigen Darstellung bedürfen. Für die Medsyne ergab sich daraus die Aufgabe, fachliche Expertise, praktische Erfahrung und wissenschaftliche Projektentwicklung zusammenzuführen.
Zusammenarbeit mit der Constantin Hering Stiftung
2025 entwickelte sich eine engere Zusammenarbeit mit der Constantin Hering Stiftung für homöopathische Medizin. Die Stiftung versteht sich nach eigener Darstellung als Denkfabrik und als Raum, der Räume schafft. Ihr Anliegen ist es, die Homöopathie in Lehre, Forschung und Praxis nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen neu zu ordnen und sie interdisziplinär als Teil moderner Medizin zu integrieren.
Gemeinsam entstand 2025 eine filmische Dokumentation über das Causticum-Projekt. Ein Filmteam begleitete die Arbeiten und machte Aufnahmen der Herstellung und der Analytik. Der Rohschnitt ist fertig. Das Filmprojekt soll 2026 abgeschlossen werden. Es kann komplexe Herstellungs- und Analyseprozesse verständlich machen und die Verbindung von historischer Arzneimittelkunde, moderner Analytik und homöopathischer Forschungsarbeit zeigen.
Dr. Thomas Quak und Prof. Anna Reichlmayr-Lais wurden wissenschaftliche Beiräte der Constantin Hering Stiftung.
Treffen an der Universität Augsburg
Am 19. November 2025 trafen sich Dr. Thomas Quak und Prof. Anna Reichlmayr-Lais an der Universität Augsburg mit Prof. Christian Kessler, um eine vertiefte Zusammenarbeit in der integrativen Medizin zu besprechen.
Im Zentrum standen die Integration der Homöopathie in die Hochschulambulanz für integrative Medizin und die Perspektive gemeinsamer Forschungsprojekte. Aus dem Gespräch konnten im Berichtsjahr noch keine belastbaren nächsten Schritte abgeleitet werden. Der Austausch bleibt bedeutsam, weil die Frage einer wissenschaftlich fundierten, universitären und versorgungsnahen Integration der Homöopathie auf der Agenda steht. Die Medsyne verfolgt diese Gesprächslinie weiter.
Konzeptionelle Gespräche mit den Stiftern
Mit den Stiftern des Lehrstuhls fanden mehrere konzeptionelle Treffen statt. Die Medsyne brachte Forschungskonzepte zur homöopathischen Grundlagenforschung ein. Dr. Thomas Quak und Prof. Anna Reichlmayr-Lais schlugen ein interdisziplinäres Programm vor, das klinische Forschung, präklinische Grundlagenforschung und physikalisch-chemische Analytik verbindet.
Im Mittelpunkt standen In-vitro-Studien an Zellkulturen und biochemischen Modellen, In-vivo-Modelle einschließlich Tier- und Pflanzenmodellen sowie Verfahren der physikochemischen Hochpotenzforschung. Als Analyseverfahren wurden Flow-Injection-UV-Vis-Spektroskopie, Trübungsmessung und Nanoparticle Tracking Analysis benannt, ergänzt durch dynamische Lichtstreuung, Rasterkraftmikroskopie, Massenspektrometrie sowie Genexpressionsanalysen, Proteomik und Metabolomik.
Weitere Schwerpunkte waren Strömungs- und Fluxionsforschung, die Modellierung der Fluiddynamik während der Potenzierung, KI-gestützte Mustererkennung, Big-Data-Auswertungen und biostatistische Verfahren. Das Konzept umfasste außerdem molekulare Bildgebung mit Radiotracern, insbesondere PET und SPECT, gegebenenfalls in Kombination mit MRT, sowie Systembiologie, Bioinformatik, Netzwerkanalysen und mathematische Modelle.
Den Stiftern wurde damit ein länderübergreifendes, methodisch breites Konzept vorgestellt. Sie zeigen sich derzeit zurückhaltend. Der Bericht sieht diese Zurückhaltung auch vor dem politischen Umfeld: 2025 wurde erneut über die Erstattung homöopathischer Leistungen durch gesetzliche Krankenkassen diskutiert. Berichten zufolge sprachen sich die Grünen auf ihrem Bundesparteitag gegen Homöopathie als Kassenleistung aus. Für potenzielle Förderer wird Engagement für homöopathische Forschung dadurch erklärungsbedürftiger.
Einordnung und Ausblick
Auch wenn 2025 ein ruhigeres Jahr war, hat die Medsyne Grundlagen für die Fortsetzung der Arbeit gelegt. Die Reise nach Straßburg eröffnete eine europäische Perspektive. Das Treffen in Augsburg zeigte, dass die Integration in universitäre Strukturen Geduld, fachliche Präzision und belastbare Kooperationsmodelle erfordert.
Forschungsvorhaben sollen nicht isoliert entstehen, sondern anschlussfähig an Versorgung, Lehre und öffentliche Diskussion sein. Die Medsyne kann zwischen Praxis und Wissenschaft vermitteln, zwischen regionalen Initiativen und europäischen Perspektiven, zwischen bestehenden Erfahrungen und neuen institutionellen Möglichkeiten.
Im Vordergrund stehen die Pflege der Kontakte, die Konkretisierung von Forschungsfragen, die Suche nach Kooperationsformaten und die Bemühung, integrative Medizin wissenschaftlich, praktisch und gesundheitspolitisch sichtbar zu machen.
Dr. Thomas Quak
Geschäftsführer Medsyne
Karl-Heinz Jansen
Geschäftsführer Medsyne
Prof. Dr. Anna Reichlmayr-Lais
Vorsitzende Fachbeirat