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Jahresbericht

2023

Fürstenfeldbruck, 30. September 2024

Mit Beginn des Jahres 2023 waren persönliche Netzwerktreffen und Workshops wieder möglich.

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Lehrstuhl Augsburg Workshop Sedlbrunn Landtag Stiftungslehrstuhl Masterarbeit Hebammen Meißen Ausblick Kinderasyl

Der Lehrstuhl an der Universität Augsburg

Ein Hauptanliegen der Medsyne ist die Etablierung der Homöopathie und der integrativen Medizin in der Universitätsmedizin, um Wissen zu bewahren und weiterzuentwickeln. Dafür braucht es das interdisziplinäre Umfeld einer Universität und einen Lehrstuhl oder eine Professur.

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Die Entwicklungsbemühungen für ein Zentrum für integrative Medizin und Homöopathie liefen lange parallel an zwei Standorten: am geplanten Biodrom in Fürstenfeldbruck und an der Universität Augsburg. Der fehlende Mut der Lokalpolitik in Fürstenfeldbruck und das fehlende Interesse lokaler Investoren, Hightech-Medizin und integrative Medizin an einem neuen Standort zusammenzuführen, führte 2023 zur Konzentration auf die Universität Augsburg.

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Workshop Hochschulkonzepte

Nach Vorbereitungen mit Hochschul- und Verbandsvertretern, Wissenschaftlern und der Politik organisierte die Medsyne Anfang April 2023 auf Gut Sedlbrunn den Workshop Hochschulkonzepte ganzheitliche und integrative Medizin. Besonders geehrt fühlte sich die Medsyne durch die Anwesenheit der Präsidentin der Universität Augsburg, Prof. Dr. Sabine Döring-Manteuffel.

Auf Basis der Vorträge und Diskussionen wurde ein Konsenstext verfasst und am 20. April 2023 der CSU-Fraktion für die weitere Diskussion im bayerischen Landtag am 27. April 2023 vorgelegt.

Die Lehren aus der Corona-Pandemie mit all ihren Folgeerscheinungen haben gezeigt: Die Hochleistungsmedizin kann nur einen Teil dessen leisten, was Gesundheit und Wohlbefinden ausmacht. Wir brauchen zusätzlich Institutionen zur Förderung von Public Health, Resilienz, Gesundheitspädagogik und Selbstfürsorge, zur Prävention genauso wie zur Versorgung der großen Zahl chronisch kranker Menschen in Bayern.

Für all das ist die Naturheilkunde in besonderem Maße geeignet. Wissenschaftlich überprüft und auf Effizienz und Unschädlichkeit hin getestet, findet die Naturheilkunde als Integrative Medizin Eingang in die medizinische Versorgung und kann dort wertvolle Dienste leisten. Das zeigen die klinischen Erfahrungen aus den bestehenden acht Lehrstühlen und Professuren für Integrative Medizin und Naturheilkunde in Deutschland, aber auch Forschungsergebnisse aus den USA, wo ein eigenes Institut an den National Institutes of Health Qualität, Sicherheit und Unschädlichkeit überprüft.

Die moderne Naturheilkunde ist durch klinische Erfahrung und durch Forschung evidenzbasiert. Sie ist im SGB V verankert. Sie findet Eingang in die Leitlinien, bis hin zu S3. Sie kann häufig gerade in Kombination mit der Mainstream-Medizin mehr erreichen als eine der beiden Richtungen allein. Ein Beispiel ist die Behandlung von Nebenwirkungen onkologischer Therapien, die integrative Onkologie. Sie erfreut sich großer Beliebtheit in der Bevölkerung, auch was Homöopathie angeht und auch in Kombination mit der Hochleistungsmedizin, bei einer Zustimmung zwischen 50 und 70 Prozent. Sie wird bereits von acht Lehrstühlen und Professuren in Deutschland vertreten.

In Augsburg bietet sich die Chance, ein Zentrum für Integrative Medizin und Naturheilkunde aufzubauen, mit einer Anschubfinanzierung von 5 Millionen Euro und weiteren zehn Millionen Euro für Forschungs- und Verbundprojekte durch die Sanddorf-Stiftung und visionär begleitet von der Präsidentin der Universität Augsburg, Prof. Dr. Sabine Döring-Manteuffel. Es geht um Forschung, Klinik und Lehre, um die institutionelle Anbindung einer Professur mit der Perspektive eines bayernweiten Forschungsverbundes, um den Aufbau eines Netzwerks auch mit Niedergelassenen sowie um eine Geschäftsstelle. Beteiligen könnten sich auch die Industrie, zum Beispiel Phytohersteller, sowie der Innovationsfonds.

Mit Hilfe des Freistaats und eingebunden in die Exzellenz-Hochschulmedizin wie auch in die vielen gesundheitsfördernden Aktivitäten in der Region könnte Augsburg ein bundesweiter Leuchtturm der Integrativen Medizin in Deutschland werden.

Was die Politik konkret zum Gelingen beitragen kann:

  • Klares Bekenntnis der Politik und der Ministerien zur integrativen Medizin und Naturheilkunde am Standort Bayern
  • Formale Einrichtung, Ausstattung und Finanzierung der erforderlichen Lehrstühle in Bamberg und Erlangen, Nürnberg und Augsburg
  • Einrichtung und Finanzierung eines Forschungsverbundes, eines interdisziplinären Zentrums für integrative und systemische Medizin, mit Geschäftsstelle in Augsburg
  • Einrichtung einer interdisziplinären Ambulanz mit 50 Betten am Klinikum Augsburg mit Schwerpunkt integrative Medizin und Naturheilkunde
  • Unterstützung und Finanzierung von Lehrstrukturen und Studiengängen: Module für bestehende Studiengänge, berufsbegleitende Master sowie Fort- und Weiterbildung, ein bayernweiter Promotionsstudiengang und wissensbasierte Fortbildung für Berufe in Gesundheit und Medizin

Für die Medsyne: Prof. Anna Reichlmayr-Lais und Dr. med. Thomas Quak. Im Namen der Workshopteilnehmer vom 1. bis 2. April 2023 in Sedlbrunn:

  • Prof. Dr. Thomas Baranek
  • Dr. Jens Behnke
  • Dr. med. Kathrin Bretthauer
  • Prof. Dr. Gustav Dobos
  • Prof. Dr. Sabine Döring-Manteuffel
  • Prof. Dr. Johannes Erdmann
  • Tjado Galic
  • Caroline Geiser
  • Dr. med. vet. Karoline Kretzdorn
  • Katrin Quak
  • Prof. Dr. Yvonne Samstag
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Landtagstreffen mit der CSU-Fraktion

Der Workshop diente der Vorbereitung eines Treffens im bayerischen Landtag auf Einladung von Bernhard Seidenath am 27. April 2023.

Die von der Medsyne vorgeschlagenen Teilnehmer und Referenten waren Dr. Karoline Kretzdorn, Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann, Dr. Kathrin Bretthauer, Dr. Heinz Gärber, Prof. Johannes Erdmann, Dr. Michael Leisten, Prof. Thomas Baranek und Tjado Galic. Für die Medsyne waren Prof. Anna Reichlmayr-Lais und Dr. Thomas Quak anwesend. Online waren Vertreter des Gesundheits- und des Wissenschaftsministeriums zugeschaltet.

Anna Reichlmayr-Lais referierte über Konzepte eines Lehrstuhls für integrative Medizin und dessen Einbettung in einen größeren Netzwerkkontext. Das Treffen fand in guter Atmosphäre statt.

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Der Stiftungslehrstuhl

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Im weiteren Verlauf der Jahre 2023 und 2024 wurde aus der Initiative und dank der Finanzierung durch die Sanddorf-Stiftung das Zentrum für integrative Medizin im Jahr 2024 Wirklichkeit.

Der Stiftungslehrstuhl Integrative Medizin und Prävention wurde für fünf Jahre ausgeschrieben, nachdem das Wissenschaftsministerium die Anschlussfinanzierung mündlich garantiert hatte. Das Besetzungsverfahren läuft an der Universität Augsburg unter der Bezeichnung Integrative Gesundheitsversorgung und Prävention.

Die Masterarbeit

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In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Thomas Baranek, Lehrstuhl für klinische Forschung der Hochschule Hannover, wurden die Antikörperdaten der Jahre 2020 bis 2022 wissenschaftlich ausgewertet.

Die Medsyne hatte mit Antikörperschnelltests auf IgG und IgM zunächst hochexponierte Gruppen wie Rettungsdienste und Feuerwehren mit zwei Tests im Abstand von ungefähr 14 Tagen untersucht. Später wurde die Studienpopulation auf die allgemeine Bevölkerung erweitert. Mit einem QR-Code-System konnten Testergebnisse deutschlandweit anonym gemeldet und in eine Datenbank integriert werden.

Dr. Thomas Quak und Prof. Thomas Baranek betreuten die Arbeit als Zweit- und Erstprüfer. Die Prüfung von Rosalie Helmeke fand am 31. August 2023 in Hannover statt. Die Ergebnisse wurden im Januar 2024 in der Reihe Wissenschaft trifft Praxis vorgestellt.

Von allen 7777 nicht fehlerhaften Schnelltests waren insgesamt 570 positiv. 32-mal konnte eine Frühimmunität, 56-mal ein Immunitätsaufbau und 482-mal eine Langzeitimmunität aus den detektierten Immunglobulinen interpretiert werden. Die Langzeitimmunität überwog von Beginn der Beobachtungsstudie an deutlich. Der Positivanteil lag 2020 bei 8,065 Prozent, 2021 bei 17,18 Prozent und 2022 bei 41,93 Prozent.

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Weitere Referenten waren Prof. Dr. Andreas Sönnichsen, Prof. Thomas Baranek und Prof. Anna Reichlmayr-Lais. Besonders beeindruckt waren die Teilnehmenden von der Präsentation des Diplom-Psychologen Leonhard Schrenker über die psychologische Dimension der Coronakrise.

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Workshop für Hebammen

Über die Kontakte mit der Universität Augsburg und dem Lehrstuhl für Hebammenwissenschaft entstand die Idee eines Workshops für Hebammen zu Homöopathie, Naturheilkunde und integrativer Medizin.

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Mit der ehemaligen Professorin und Hebamme Dr. Christine Wehrstedt und dem Heilpraktiker Josef Graspeuntner konnten eine ausgewiesene Expertin und ein Praktiker für den gut besuchten Workshop im November 2023 gewonnen werden. Josef Graspeuntner stellte Fallverläufe aus der eigenen Praxis vor und zeigte Interventionsmöglichkeiten von Homöopathie und Naturheilmitteln in Geburtshilfe und Schwangerschaft.

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Die Hoffnung ist, über die entstandenen Beziehungen mehr Homöopathie und integrative Medizin am Lehrstuhl für Hebammen in Augsburg zu verankern. Eine enge Zusammenarbeit mit der neuen Professur für Integrative Gesundheitsversorgung und Prävention wird durch die Medsyne befördert.

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Die Causticum-Ausstellung in Meißen

Das seit über drei Jahren angedachte Projekt, zusammen mit dem Hahnemann-Verein in Meißen eine Dauerausstellung der Hahnemann’schen Causticum-Destillation zu verwirklichen, soll zu Hahnemanns Geburtstag im April 2025 Wirklichkeit werden.

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Die Medsyne führte viele Gespräche mit den Vereinen in Meißen, die für Räume und innere Strukturen Zeit brauchten. Die Einigung gelingt auch, weil die Medsyne dem Meißner Hahnemann-Verein eine Förderung durch die Constantin Hering Stiftung vermittelt hat. Die Antragstellung ist erfolgt. Die Medsyne hat Dr. Quak beauftragt, den Verein wissenschaftlich zu beraten und den Versuchsaufbau zu erläutern. Die Repliken der historischen Gerätschaften stellt jaqu-invent kostenfrei zur Verfügung.

Ausblick

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In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben die Gegner der Homöopathie, Anthroposophie und integrativen Medizin ihre Organisation verbessert und ihre Narrative über die neuen Medien verbreitet. Diese Aktivitäten richten sich nicht nur gegen Vertreter und Inhalte komplementärer Heilweisen, sondern auch gegen deren Integration in Wissenschaft, Gesellschaft, Gesetzgebung und amtliche Pharmakopöen.

Die wenigen Forschungs- und Hochschuleinrichtungen für integrative Medizin haben es schwer, Anerkennung zu erlangen und öffentliche Forschungsgelder zu gewinnen. Für Wissenschaft, Forschung und Öffentlichkeitsarbeit stehen im Vergleich zum herkömmlichen Medizin- und Pharmaziebereich nur geringe Mittel zur Verfügung. Viele Fachkräfte scheuen deshalb eine Karriere in diesem Feld.

Das wurde besonders deutlich im Bestreben von Karl Lauterbach, die Homöopathie aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung zu streichen. Dieses Vorhaben konnte durch eine Initiative von Weil’s hilft in letzter Minute verhindert werden.

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Für 2024 hat sich die Medsyne deshalb mit Gesundheit Aktiv und deren Vorsitzendem Dr. Stefan Schmidt-Troschke zu einem Workshop über wissenschaftliche Kommunikation und Mediengestaltung entschlossen.

Zur Workshop-Seite Oktober 2024

Historische Patientenakten

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Eine wissenschaftliche Arbeit zur Digitalisierung, Transkription und Subgruppenanalyse historischer Patientenakten aus dem Kinderasyl von Bad Wörishofen, aus den Jahren 1891 bis 1926, wurde von Prof. Baranek und Dr. Quak 2023 initiiert. Mit Hilfe des Kneipp-Vereins Bad Wörishofen wurde diese Arbeit 2024 von zwei Hochschulabsolventinnen abgeschlossen.

2024 erwartet die Medsyne weitere Projekte, insbesondere die Weiterentwicklung des Zentrums für Integrative Medizin in Augsburg. Sie setzt sich weiterhin für die Etablierung der Homöopathie und der integrativen Medizin in der Universitätsmedizin ein, in Forschung, Lehre und Patientenversorgung.

Dr. Thomas Quak
Geschäftsführer

Karl-Heinz Jansen
Geschäftsführer

Prof. Dr. Anna Reichlmayr-Lais
Vorsitzende Fachbeirat

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